Wildwasser, Gegenwind und Dschungelklima - St. Peter 2012

In St. Peter-Ording gab es 2012 Wildwasser, Gegenwind und Dschungelklima.

Das vergangene Wochenende wurde in St. Peter gesportelt. Erst ging es beim Triathlon für Jens, Jana, Ralf und Chrischi um gute Platzierungen und dann am Sonntag zumindest für Jens noch den Halbmarathon als "Nachtisch". Sport, Sonne, Strand und Meer satt!

Doch der Reihe nach. Am Samstag bot sich den Frühaufstehern ein enttäuschendes Bild. Dicke Wolken, ein grauer Strand und drohende Nässe… Es schien kein gutes Omen, die Startunterlagen in der Hand zu haben und dann dicke Tropfen auf das Starterzelt platschen zu hören. St. Peter regnete sich ab. Anderthalb Stunden prasselnder Regen und viele viele enttäuschte Gesichter.

Dann die zweite Hiobsbotschaft: Der Kids-Triathlon wurde kurzfristig auf einen Duathlon reduziert mit dem Grund: Wasser zu kalt. Na, sowas hören auch die "Großen" nicht gern. Also: Freibad-Atmosphäre ist wohl heute nicht drin.



Zum Glück hörte es endlich zu regnen auf. Und schon standen Jana und Ralf auf dem Platz und die Wechselzone wurde bestückt. Los, Pelle an und hopphopp zum Strand. Unterwegs auch Jens und Bigfoot Kerstin. Mein Ziel, vorweg zu schwimmen, zumindest aber schön aus der ersten Reihe zu starten. Einmal kurz die Sandbänke checken (nicht, das man unterwegs auf Grund läuft!) und aufmerksam der Rennleitung lauschen. Es wurden blaue Bojen ausgelegt - die Farbe der Betonnung ist laut Rennleitung nicht frei wählbar, man hätte auch gern orangene genommen, aber als Seezeichen (und St. Peter ist eben kein Baggersee) sind bestimmte Farben eben tabu. Geschwommen wurde von rechts nach links in einer Art Strömungschannel. Der Kurs war auf dem Papier ganz easy - entlang der beiden blauen Bojen und direkter Ausstieg am Strand - ca. 200 m zur Wechselzone und *tadaaa*. In der Praxis hieß das: Nicht links die blaue Boje ansteuern, sondern rechts ein Boot - so blieb man günstig in der Strömung. Und nicht zu früh abbiegen, sonst muschelzerschnittene Füße.

Von 30 runter - Start! Über drei Sandbänke und hinein ins Getümmel. Mir ist es wurscht, ob nun Arme, Beine, Köppe oder sonst was um mich rum ist - Hauptsache Tempo. Die Strömungen waren heftig. Und der ein oder andere schluckte schon viel viel ekliges Nordseewasser. Wenn meine Schwimmtrainerin schon sagt: Du schwimmst ja total kraftbetont, toppte ich das diesmal und schwamm wie im Boxring. Als ich endlich Rhythmus gefunden hatte, war alles schon wieder vorbei und ich musste sehen, dass ich durch den Sand irgendwie pünktlich in die Wechselzone kam. Laufen ist ja gar nicht meins und schon mal überhaupt nicht nach dem Wasser! Ralf wartete schon und übernahm den Piepser.
Und schon war er weg. Jetzt hieß es: Platz verteidigen, dann vor mir war erst ein Staffelschwimmer draußen. Es hilft ungemein, einen Fahrer zu haben, der aus allen Situationen das Beste machen kann. Denn wenig andere Trias sind so wetteranspruchsvoll wie der Gegen den Wind. Ralf fuhr den Kurs aus dem letzten Jahr und schlug sich super! Obwohl es windig war und auf St. Peter der Wind gern aus allen Richtungen zu kommen scheint, schicke er die schon so ungeduldige Jana auf die Strecke.

Jana hatte richtig Bock auf Tempo und drückte knallhart auf die Tube! Der erste Teil ist ja noch sehr lustig, aber in dem kleinen Wäldchen stand die Luft, die Bäume hielten den Wind ab und die Sonne knallte auf die nasse Erde. So entstand eine schrecklich schwüle Hitze, die allen Beteiligten sehr zusetzte. Jana hielt durch. Sie schaffte es, als zweite Staffel ins Ziel zu kommen. In 1:18:22 war der Spaß bereits vorbei. 2 Minuten später rannte auch Jens durch das Ziel, kräftig von Kerstin angefeuert!

Nach der kleinen Erfrischung gab's Unterstützung für die Olympischen, die gerade auf die Radstrecke wechselten. Die Bedingungen für die Teilnehmer wurden auf der Radstrecke besser (trockener Boden, Sonne) und auf der Laufstrecke schlechter (mehr Hitze). An der Zuschauerstrecke wurde es immer wärmer und es gab den Tag über so einige rote Nasen. Unglaublich, wusste man morgens nicht, was man noch alles zum Anziehen dabei hat, war es jetzt Zeit, sich möglichst bis auf die Badehose auszuziehen - so brannte die Sonne.

Die Siegerehrung brachte drei strahlende Gesichter und drei blitzende silberne Medaillen. Super Samstag für den HSV! Danke an die Rennleitung und an das Support-Team!